Das Projekt

foto1Die bärige Idee stammt ursprünglich aus Skandinavien und wurde dort an vielen Universitätsstädten sehr erfolgreich umgesetzt. Seit mehreren Jahren gibt es auch in Deutschland Teddykliniken. Inzwischen ist die medizinische Versorgung von Teddybären & Co. in den meisten Städten, in welchen es Medizinische Fakultäten gibt, gewährleistet. Im Frühjahr 2002 entschloss sich dann auch die Fachschaft Medizin Tübingen, als eine der ersten Universitäten in Deutschland, eine Teddyklinik zu veranstalten. Das zweitägige Teddykrankenhaus fand sowohl von Seiten der Studenten, als auch von der Kinderseite großen Zuspruch. Studenten aller Semester der Humanmedizin Tübingen sind aktuell an der Teddyklinik beteiligt.

Mittlerweile wird im Sommersemester 2015 bereits die 28. Tübinger Teddyklinik organisiert, nachdem die Arbeit in den letzten Semestern sehr erfolgreich war, dies bestätigen auch Berichte aus der Klinik. Das mobile Tübinger Teddykrankenhaus wird wieder Kinder in den Kindergärten in und um Tübingen besuchen.

Doch was steckt eigentlich hinter dem Projekt Teddyklinik?

foto2Die Idee ist simpel: Wir versuchen, Kindern im Kindergartenalter die Untersuchung beim Arzt spielerisch näher zu bringen. Sie nehmen die Rolle des Erwachsenen ein, der Patient ist das Kuscheltier. So können die Kinder die Untersuchung an ihrem Kuscheltier mit Abstand und aus der Elternrolle beobachten. Das Ziel ist, den Kindern die Angst vor dem Arztbesuch zu nehmen. Dazu werden die kuscheligen Spielgefährten zu Patienten und die Kinder finden sich selbst in der „Elternrolle“ wieder.
In den Kindergärten wird das Thema Krankheit vor dem Besuch der Teddyklinik besprochen. Die Kinder weisen ihrem Kuscheltier mit Hilfe der Erzieherinnen eine Krankheit zu. Speziell als Teddy-Doktoren ausgebildete Medizinstudenten untersuchen und behandeln dann die kranken Plüschtiere und Puppen. Eventuelle Krankheiten der Kinder werden nicht „mitbehandelt“ oder besprochen, es geht ausschließlich um den Teddybären.
Alle Untersuchungen und Therapien sollen mitunter auch „invasiv“ durchgeführt werden, besteht ein Kind darauf, dass der Teddy operiert wird, dann verwandelt sich der Kindergarten kurzerhand in einen OP-Saal und der „Patient“ darf mit einer schicken Naht und einem dicken Verband nach Hause gehen.

Die Tübinger Teddyklinik fand schon sowohl im stationären (in der Tübinger Kinderklinik) als auch im ambulanten Rahmen (in den Kindergärten) statt. Da es sich gezeigt hat, dass man in den Kindergärten meist mehr Kinder erreichen kann, wird dieses mal wieder das ambulante Team im Einsatz sein.
Das Organisationsteam hat seine Arbeit aufgenommen. Es werden wieder Sponsoren für Verbandsmaterialien, Spritzen und Kanülen, Handschuhe, Medikamente (in Form von Süßigkeiten), etc. gesucht. Termine mit den Kindergärten müssen organisiert und Versicherungen abgeschlossen werden. Es erfolgten schon Aufrufe an die Medizinstudenten sich als Teddy-Doktoren einzubringen. Erfreulich ist, dass sich meist viele Vorkliniker an dem Projekt beteiligen und sich die Zeit nehmen, am Teddy-Ärzte-Training teilzunehmen. Unter professioneller Anleitung lernen die Studenten, wie man einen Teddy richtig untersucht, wie man Verbände fachmännisch anlegt und was zu tun ist, wenn die kleinen „Eltern“ aus der Reihe tanzen.

Die Teddyklinik findet unter der Schirmherrschaft von Frau Prof. Dr. Krägeloh-Mann (ehemalige Ärztliche Direktorin der Universitätskinderklinik) statt.

Ein Teil des Organisationsteams der Teddyklinik von 2016